Ende April war ich mit einer Freundin in Eckernförde an der Ostsee. “Tanja, ich habe uns eine Wohnung gebucht, die kann man nicht stornieren. Du fährst mit mir in Urlaub!”. Ende März wurde mir also die Entscheidung abgenommen, wo ich das lange Wochenende Ende April wandern gehen werde. Aber wandern an der Ostsee?

    Ja gut, sind wir ehrlich, eine klassische Wanderung am Strand war das jetzt nicht. Aber anstrengend war es trotzdem und hat auch wirklich unglaublich viel Spaß gemacht! Ausgestattet mit einigen Snacks und ausreichend zu trinken, sind wir früh morgens aufgebrochen.

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    Unsere heutige Fossilienwanderung führt uns zur Steilküste Altenhof bei Eckernförde in der Eckernförder Bucht. Achtung: Der Rastplatz, auf dem man parken kann, liegt etwas außerhalb. Du musst ein Stück die Straße zurück Richtung Eckernförde, noch vorbei am Restaurant Treib-Gut. Vorher führt nur ein Privatweg Richtung Strand, der aber in Gärten endet. Wenn du am Restaurant vorbei bist, geht ein kleiner Weg rechts rein, der dich zum Strand bringt.

    Am Strand wendest du dich nach Osten (rechts vom Weg). Schon nach wenigen Metern musst du das erste Mal ein wenig klettern. Hier liegen Steine zum Schutz den oben liegenden Restaurants und der Wohnhäuser. Sie sollen verhindern, dass die Wellen zu viel Material abtragen und es zu Hangbrüchen kommt. Teilweise scheint auch einen Pfad hindurchführen, aber der ist auch nicht durchgängig und nicht gut begehbar.

    Wenn du die erste Hürde überstanden hast, erwartet dich je nach Jahres- und Uhrzeit und toller Blick in Richtung der aufgehenden Morgensonne. Nur schon für dieses Bild hat sich das frühe Aufstehen gelohnt! Und schon nach wenigen Metern habe ich endlich meinen ersten Donnerkeil gefunden!

    Großer Stein am Strand mit Sonnenaufgang im Hintergrund
    Sonnenaufgang am Strand

    Fossilienwanderung an der Ostsee

    Was sind Donnerkeile? Donnerkeile, auch Belemniten oder Belemnoidae genannt, sind versteinerte Skelettteile ausgestorbener Kopffüßer wie die Ammoniten. Sie ähneln stark den heutigen Kalmaren. Die Tiere lebten vor etwas 65-205 Millionen Jahre.

    Donnerkeil Fossil
    Mein erster Donnerkeil!

    Kaum zu glauben, wie alt dieses Fossil ist, das ich da in meiner Hand halte! Und dann ist es auch noch so ein großes Stück. Ich bin jedenfalls ganz begeistert und muss meinen Erstfund natürlich umgehend fotografieren. Wir gehen weiter am Strand entlang, die Blicke fest auf den Boden gerichtet. Doch weit kommen wir nicht, dann steht schon wieder eine Kletterpartie an. Ein umgefallener Baum liegt uns mitten im Weg. Doch hier kommen wir noch gut voran.

    Zuletzt aktualisiert am 14. Juni 2024 um 09:19 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

    Steinige Fossilienwanderung in der Eckernförder Bucht

    Der Strand ist bis hier größtenteils von Kies durchzogen. Der Sand ist zwar sehr fein, die großen Kiesel bedecken aber einen großen Teil des Strandes. An Barfußlaufen ist hier nicht zu denken. Auch mit Sandalen oder Flipflops tust du dir an diesem Strandabschnitt keinen Gefallen! Ich bin froh, dass ich feste Schuhe anhabe. Nach einiger Zeit machen wir bereits unsere erste Pause und albern ein wenig am Strand herum. Doch lange halten wir uns nicht auf, wir wollen schließlich weiter diesen Strandabschnitt erkunden und Fossilien suchen.

    Steiniger Strand bei Eckernförde
    Von da kommen wir
    Zwei Frauen am Strand
    Herumalbern auf der Strandwanderung

    Das Wasser ist Ende April noch immer eiskalt. Und doch sehen wir bei einem Blick zurück in die Richtung aus der wir gekommen sind, in etwa an der Stelle wo wir unsere erste Pause gemacht haben, eine Dame, die splitterfasernackt in die Ostsee springt. Ich bekomme schon Frostbeulen nur vom Hinsehen! Also schnell weiter. Doch statt einem weiteren Fossil finde ich plötzlich eine Achse mit zwei Rädern! Da sie doch etwas zu groß und schwer war, haben wir diesen Strandfund hier liegen gelassen. Auch wenn wir uns gefragt haben, wie die wohl dahin gekommen sein mag.

    Achse am Strand
    Schrott am Strand

    Klettern bei der Fossilienwanderung

    Nach beinahe 3km Strandwanderung treffen wir auf zwei Angler. Und obwohl sie Angelhosen tragen, muss es doch im Wasser noch immer sehr kalt sein! Wir unterhalten und kurz mit ihnen und wünschen ihnen einen guten Fang. Aber an dieser Stelle beschließen wir auch, dass es Zeit wird, den Rückweg anzutreten. Vor uns liegen nämlich wieder sehr viele umgestürzte Bäume. Die letzte Kletterpartie war schon nicht ganz einfach. Und alles was wir weitergehen, müssen wir auch wieder zurück. Denn es gibt vorerst keinen Weg die Klippe hinauf, wie uns die Angler auf meine Rückfrage hin mitgeteilt haben.

    Frau klettert duch umgestürzten Baum am Strand
    Manuela muss klettern

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    Zuletzt aktualisiert am 23. Juni 2024 um 11:13 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

    Zwei Angler im Meer
    Zwei Angler in der Eckernförder Bucht

    Also kämpfen uns durch das Geröll und Geäst langsam wieder zurück. An einem Stein entdecke ich etwas, das wie ein Klapperstein aussieht. Allerdings hat dieser Fund einen Haken: Er ist Teil eines größeren Felsens. Ebenfalls zu groß und schwer für den Rucksack. Deshalb muss ein Foto reichen. Manu hat sich tags zuvor bei einer anderen Strandwanderung den Fuß etwas verletzt. Deshalb schlage ich ihr vor, während unserer Rast doch einfach etwas barfuß ins Wasser zu gehen. Schließlich habe ich ein Handtuch dabei. Gesagt, getan. Ich probiere es auch und beschließe nach 15 Sekunden, dass ich zu sehr Frostbeule bin. Das Wasser hat gefühlt nur 5 Grad und ist mir viel zu kalt.

    Frau steht barfuß im Meer
    Manu kennt keine Kälte!

    Zuletzt aktualisiert am 24. Juni 2024 um 05:42 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

    Wenn ich nicht mal tiefer als zu den Knöcheln reinkomme, wie ist die Frau dann nackig komplett ins Wasser gekommen? Das werde ich vermutlich nie verstehen. Weiter geht es zurück und wir finden noch immer Muscheln, Steine und Fossilien, die wir auf dem Hinweg übersehen haben. Auch eine kleine Höhle entdecken wir. Wir wollen aber beide nicht reinkriechen, da wir Zweifel an der Sicherheit haben. Die umgestürzten Bäume liegen noch nicht besonders lange und zeugen von kürzlichen Stürmen und Erdrutschen aufgrund des verregneten Frühlings. Wie sicher kann da ein Erdloch schon sein?

    Klapperstein
    Fossil am Strand

    Kurz vor Ende unserer Strandwanderung rettet Manu noch schnell eine Hornisse, die müde im Seetang sitzt. Nach etwas mehr als 5km erreichen wir nach beinahe 5 Stunden wieder unser Auto. Auch wenn die Wanderung kilometermäßig gar nicht so lang war, so war sie doch dank der vielen Klettereinheiten sehr anstrengend. Deshalb geht es jetzt schnell zurück in die Ferienwohnung, wo wir uns umziehen und zum Hafen laufen. Mit einem extrem leckeren Mittagessen in der Siegfried Werft beenden wir diese Strandwanderung und sammeln Kraft für die weiteren Strandwanderungen, die noch vor uns liegen.

    Fisch zum Abendessen
    Stärkung nach der Fossilienwanderung

    Mehr Bilder von unserer Fossilienwanderung

    Funde während der Fossilienwanderung

    Und das war die Ausbeute unserer heutigen Fossilienwanderung:

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    8 Kommentare

    1. Ich finde Fossilien total spannend! Sie geben einen interessanten Einblick, was vor Millionen von Jahren auf unserem Planeten gelebt hat und überliefern dadurch einen Teil der Geschichte.
      An Gewässern habe ich auch schon interessante Entdeckungen gemacht. Oftmals wird auch hier innerorts viel vom Hochwasser bzw. an der Ostsee von der Flut angespült.
      Von dort bringe ich meistens Muschelfunde oder kleine Stücken Bernstein mit, ganz selten auch einen Hühnergott.
      Beim nächsten Mal halte ich Ausschau nach Fossilien!

      Liebe Grüße
      Vivienne

      • Wir hatten leider kein Glück mit Bernstein. Hühnergötter haben wir im Urlaub einige gefunden. Aber keinen Bernstein. Vielleicht fahren wir im Herbst oder Winter noch einmal hin, möglichst nach einem Sturm. Dann haben wir vielleicht etwas mehr Glück.

    2. Die Wanderung klingt auf alle Fälle nach einer Menge Spaß, aber doch auch wahnsinnig anstrengend. Die Suche nach Fossilien wäre mein absolutes Highlight! Ich liebe es und wusste gar nicht, dass man auch welche an der Ostsee finden kann!
      Hat wirklich Spaß gemacht deinen Beitrag zu lesen und Teil deiner einzigartigen Wanderung zu sein!

      LG,
      Vici

      • Danke Vici! Es wird im August noch eine lustige Wanderung von der anderen Seite der Bucht geben. Das mit den Fossilien wusste ich auch nicht, bis Manu uns einfach die Wohnung gebucht und mich damit sozusagen in den Urlaub gezwungen hat. 😉

    3. Lieb Tanja,

      Super interessant, was man am Strand so alles findet, wenn man so ein wenig die Augen offen lässt. Ich war auch schon an der Ostsee unterwegs und habe gestöbert. Danke für den tollen Artikel.

      Liebe Grüße, Jörg

    4. Ich bin ja ein totaler Ostsee-Fan und mindestens drei- bis viermal im Jahr dort. Diese Ecke ist eine der ganz wenigen, die ich noch nicht kenne. Eigentlich mag ich lieber die herrlichen feinen Sandstrände in Mc Pom. Aber Fossilien sammeln ist da nicht so einfach. Würde ich aber auch vielleicht gerne mal machen. Danke also für die kleine Kostprobe, was sich dabei so alles finden lässt. Das habe ich von jetzt an auf dem Schirm…
      LG Renate von Trippics

    5. Wie toll, da wäre ich ja auch begeistert mitgekommen! Ich habe nämlich ganz offiziell noch nie ein Fossil gefunden! Zumindest erinnere ich mich an keins 🙂 Aber so eine Strandwanderung werde ich mir definitiv merken, wenn es mich mal wieder in Richtung Ostsee verschlägt!

      PS: Ich hoffe dem Fuß geht es mittlerweile wieder gut!

      Liebe Grüße
      Jana

    6. Liebe Tanja,

      ich mag Fossilien, aber immer, wenn ich versuche, welche zu entdecken, habe ich kein Glück. Was ich aber weiß, ist dass mir Nord- und Ostsee aktuell fast ein wenig besser gefallen als die Berge.
      Liebe Grüße

      Marie

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