2023 gab es bei uns im Remstal ein wenig Schnee. Wieder wurde mein Wanderführer “Dein Augenblick – Remstal” konsultiert und ich habe mich für die recht kurze Wanderung “Geiststeinweg” entschieden. Angeblich soll das eine Route für die warme Jahreshälfte sein. Also stellte sich die Frage, lohnt sie auch im Winter? Oder wäre ich enttäuscht nach der Wanderung? Wenn du mein Fazit wissen willst bleib dran!

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    Zuletzt aktualisiert am 23. Juni 2024 um 11:13 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

    Geiststeinweg - Anreise

    Eine Anreise zum Beginn des Wanderweges am Wanderparkplatz „Bärenbach“, Urbach ist nur mit dem Auto möglich. Du solltest früh da sein um hier noch einen guten Parkplatz zu bekommen.

    Die nächstgelegene Bushaltestelle aus Stuttgart kommend ist die Haltestelle „Friedenskirche“. Dort hält ab Schorndorf die Buslinie 243A Richtung Urbach. Der Fußweg zum Wanderparkplatz beträgt ab dort schon ca. 3,4km (laut dem offiziellen Wanderführer von Tourismus BW für den Geiststeinweg). Google Maps sagt, die Strecke wäre nur 2,3-2,6km lang. Was nun stimmt, habe ich nicht getestet, da ich selber mit dem Auto angereist bin.

    Kurze Infos zum Geiststeinweg

    Die Länge des Weges wird mit 6,4km angegeben. Selber gemessen habe ich etwas mehr, aber da ich auch immer viel fotografiere, hin und her laufe und erkunde, kann die Abweichung durchaus daher rühren.

     

    Die Schwierigkeit wird mit “mittel” angegeben. Da es nur rund 150 Höhenmeter zu überwinden gibt und es keine längeren steilen Streckenabschnitte auf dem Geiststeinweg gibt, würde ich persönlich dieser Einschätzung weitestgehend zustimmen. Einige Streckenabschnitte sind naturbelassen und sehr kurze Abschnitte durchaus auch mal etwas schmaler oder auf wenigen Metern etwas steiler, so dass eine gewisse Trittsicherheit gefordert sein kann. Und um zum Geiststein zu gelangen, muss man sich doch über einen steilen und sehr naturbelassenen Weg hochkämpfen. Doch dazu später mehr. 

     

    Festes Schuhwerk ist auf dem Weg ein Muss, da wie gesagt die Wege teils naturbelassen sind. Und bei Schnee oder Nässe tust du deinen Sneakern auch keinen Gefallen, wenn du sie im Wald anziehst.

    Meine Wanderung auf dem Geiststeinweg

    Da es im Januar ja noch immer relativ spät hell wird, habe ich meine Wanderung erst um 8:30 begonnen. Es war grau und sehr trüb, aber es lag Schnee. Was hier schon seltengenug vorkommt. Ausgestattet mit ausreichend Tee und einem kleinen Frühstück für unterwegs führt mich der Weg zunächst durchs Litzelbachtal (Achtung, bei google wird es als Lützelbachtal genannt). Erst folgt man noch der Straße, biegt aber schon bald ab in Richtung Wald. Doch bevor man den Wald erreicht, läuft man entlang von Wiesen, auf denen teils auch alte Obstbäume stehen. Im Remstal sind noch recht häufig Streuobstwiesen mit teilweise alten Obstsorten zu finden. 

    Obstbäume im Litzelbachtal auf dem Weg zum Geiststein
    Streuobstwiesen im Litzelbachtal

    Der Weg vor mir ist noch frei von menschlichen Spuren. Nur Tiere haben seit dem nächtlichen Schneefall den Weg gekreuzt und ihre Spuren hinterlassen. Rechts neben mir verläuft am Waldrand ein Bach. Es sieht wirklich idyllisch aus. Ob es hier im Frühjahr auch Bärlauch gibt? Ich folge weiter den Schildern mit der Markierung UR3, die den Geiststeinweg ausweisen. Überall um mich herum wimmelt es von Tierspuren. Aber nicht einer der Verursacher dieser Spuren ist zu sehen.

    Weiter geht es vorbei an einigen Kopfweiden. Sie wurden bis auf die kleinen Stämme zurückgeschnitten, haben aber schon lange wieder ausgeschlagen. Und dann geht es bald in den Wald.  Durch den Schnee ist alles sehr ruhig und auch meine Schritte klingen gedämpft. Ich liebe diese absolute Ruhe, die man am frühen Morgen bei einer Winterwanderung so richtig genießen kann. Zumindest wenn man die richtigen Wanderschuhe an hat und keine kalten Füße hat.

    Kopfweiden im Litzelbachtal auf dem Geiststeinweg
    Kopfweiden

    Hin und wieder kommt man an einer Bank vorbei, die in den wärmeren Monaten durchaus zu einer kurzen Rast einlädt, auf meiner Wanderung aber komplett zugeschneit ist. Weiter geht es bergauf durch den Wald. Neben dem Weg taucht plötzlich etwas auf, das ich als Krater oder mindestens Abbruchkante bezeichnen würde. Doch was es genau ist, ein alter Bombenkrater, ein menschengemachter Aushub oder sonstiges, das habe ich bis heute leider nicht herausfinden können.

    Kurz danach erreiche ich eine Schutzhütte. Hier gibt es überdachte Sitzplätze! Also beschließe ich, hier eine kleine Pause einzulegen. Mein immer noch heißer Tee (meinen EMSA Kaffeebechern sei Dank) wärmt mich ein wenig auf.

    Schutzhütte im Wald auf dem Geiststeinweg
    Schutzhütte im Wald auf dem Geiststeinweg

    Nach etwa 15 Minuten breche ich aber auch wieder auf. Gestärkt von meinem kleinen Frühstück, folge ich dem Wanderweg und biege dann ab auf den mittlerweile naturbelassenen Weg zum Geiststein. Der Geiststeinweg führt nun durch einen Fichtenwald. Im Frühling muss es hier herrlich duften und im Herbst kann man bestimmt viele Pilze finden. Heute aber ist alles weiß und ruhig. Nur das Knirschen meiner Schritte und einzelne Vögel sind zu hören. Mittlerweile befinde ich mich auf 421m Höhe. Gut 2,7km habe ich laut einem Hinweisschild schon zurückgelegt. Der Geiststein ist noch 100m entfernt und der Weg zum Ausgangspunkt soll noch 2,9km lang sein. Jetzt bin ich aber doch etwas verwirrt, das alles zusammengerechnet ergibt doch etwas mehr, als die im Reiseführer und auch auf der Homepage angegeben Strecke? Da ich den Weg tracke (derzeit noch mit der Running App), werde ich am Ende ja sehen, was nun stimmt.

    Unbefestigter Waldweg auf dem Geiststeinweg
    Ab hier ist der Geiststeinweg unbefestigt

    Doch zunächst muss ich eine zugeschneite Brücke überqueren, die über einen kleinen Bach führt. Am Geiststein kommt mir der erste Mensch an diesem Morgen entgegen. Wir unterhalten uns kurz, bevor er weiterzieht, in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Ich dagegen beschließe, dass ich zum Geiststein aufsteigen will. 

    Brücke über Waldbach auf dem Geiststeinweg
    Ein kleine Brücke auf dem Geiststeinweg

    Der Geiststein

    Auf der Infotafel unterhalb des Geiststein findet man folgende Informationen: “Der Geiststein ist ein Naturdenkmal und ein besonderer Ort, um den sich viele Geschichten ranken.

    Der eigenartige, frei am Hang stehende Felsen aus dem oberen Stubensandstein ragt auf der Talseite 7m in die Höhe.”

    Der Geiststein im Winter
    Geiststein

    Die erste Erwähnung des Geiststein als Predigtort stammt aus dem Jahr 1562, ist also schon über 450 Jahre alt. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Geiststein immer wieder für offizielle und auch geheime Predigten genutzt. Auch heute noch treffen sich hier Baptisten zum Pfingstgottesdienst.

     

    Und auch Geomantiker kommen häufig zum Geiststein. Für sie ist dieser Ort eine Art Kraftplatz und Energiespender. Eine besondere Atmosphäre rund um den Stein konnte ich auch spüren, aber ob die jetzt auf geomantische Linien oder nur die Ruhe und Schönheit des Ortes zurückzuführen ist, vermag ich nicht zu sagen. Schlussendlich spielt es zumindest für mich auch keine Rolle.

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    Aufstieg zum Geiststein

    Der Weg hinauf zum Geiststein ist zugeschneit, eng, steil und entsprechend ist es gar nicht einfach, dort hinaufzuklettern. Mit meinem großen Rucksack, der Kamera um den Hals und dem Stativ in der Hand muss ich wirklich aufpassen. Aber das Stativ dient mir hier auch als Wanderstock. Es gibt mir etwas mehr Halt an den steilsten Stellen, sowohl beim Aufstieg als auch beim hinabklettern.

     

    Oben angekommen besteige ich als erstes die Kanzel. Wer sich dort hineinstellt versteht, wieso dieser Stein als Predigtort genutzt wird. Hier oben gibt es auch Bänke, wo während der Predigt die Gläubigen sitzen können. Ich nutze die Gelegenheit für eine weitere kurze Pause und trinke noch etwas heißen Tee.

    Zugeschneite Bank vor dem Geiststein
    Hier finden die Predigten am Geiststein statt
    Zuletzt aktualisiert am 24. Juni 2024 um 02:19 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

    Weiter geht’s auf dem Geiststeinweg

    Nach einem etwas heiklen und rutschigen Abstieg, bei dem ich wieder sehr froh darüber bin, dass mir mein Stativ als drittes Bein dient, schaue ich mir den Geiststein noch von unten an und lese mir die Informationen auf der Infotafel durch. Dann geht es aber auch bald weiter auf dem Geiststeinweg. Der Weg ist weiterhin naturbelassen. Doch nach rund einem halben Kilometer befinde ich mich wieder auf einem ausgebauten Waldweg.

    Verschneiter Geiststein
    Ein letzter Blick auf den Geiststein

    Hier geht es dann auch bergab. Dank des Schnees ist das derzeit noch kein Problem. Aber bei Tauwetter, wenn es nachts noch friert, wird das eine eisige Rutschpartie werden, dann ist wirklich Vorsicht geboten. Ich folge dem Weg und entdecke plötzlich ein Kreuz im Wald. Hier ist anscheinend jemand verstorben. Horst war sein Name. Liebevoll dekoriert lässt die Gedenkstätte darauf schließen, dass die Hinterbliebenen noch regelmäßig hierher kommen. Erinnerungen und ein wenig Trauer kommt in mir hoch. Mein Cousin ist erst wenige Wochen vor dieser Wanderung viel zu jung verstorben. 

    Gedenkstein im Wald

    Von hier an sind es zwar noch etwa 2 Kilometer bis zum Parkplatz, aber die Strecke fühlt sich langsam sehr nach Rückweg an. Der Wald erscheint mir etwas lichter, was aber daran liegt, dass es kein reiner Nadelwald ist. Hier wachsen wieder viele Buchen und Eichen. Zwischendurch laufe ich dann wieder an Nadelholzforsten vorbei. Ich bleibe oft stehen und mache Fotos. Von Eiszapfen an einem moosbewachsenen Stein, von vertrockneten und zugeschneiten Herbstblumen oder Moosnestern, die in Ästen eines jungen Baumes hängen. Auch Pilze und Flechten entdecke ich. Und da sag nochmal jemand, der Wald ist im verschneiten Winter wie tot. Man muss nur genau hinsehen und kann dann so viel Lebendiges entdecken!

    Eiszapfen an Moos

    Und dann komme ich langsam zurück zum Parkplatz. Gute 3,5 Stunden war ich unterwegs. Ich bin gemütlich gegangen, habe einige Pausen gemacht und bin oft stehen geblieben, um die Natur zu bewundern und Fotos zu machen. Wenn man zügig durchläuft, dann ist die Strecke auch in zwei Stunden machbar.

    Mein Fazit zur Winterwanderung auf dem Geiststeinweg

    Angeblich soll diese Runde besonders in den warmen Monaten sehr schön sein. Aber ich war wirklich begeistert von ihr, vor allem wegen dem Schnee. Allerdings muss man wirklich stellenweise vorsichtig sein. Landschaftlich hat mir die Strecke unglaublich gut gefallen. Und auch ohne Schnee kann man in den Wäldern im Remstal richtig schön wandern. Deshalb kann ich dir nur empfehlen, dich nicht von den empfohlenen Jahreszeiten abschrecken zu lassen und den Geiststeinweg auch im Winter oder frühen Frühjahr zu gehen.

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    4 Kommentare

    1. Ui, das klingt so schön! Ich stelle mir das richtig schön vor, durch den Schnee zu laufen und nur ein paar Spuren sehen zu können, die Tiere hinterlassen haben. Ich mag es, wenn ich Geschichten lesen kann, in denen von Kraftorten gesprochen wird. Das muss schon, wie du schreibst ein besonderer Ort sein. Ich würde auch gerne mal wandern, mir fehlt zur Zeit eine Begleitung. Allein würde ich es nicht so gerne machen wollen. Danke fur deinen tollen Bericht.
      Liebe Grüße
      Karin

    2. Ich finde es toll, dass du aller Empfehlung zum Trotz die Wanderung im Winter gemacht hast! Ich glaube, das war dann nochmal ein ganz anderes Erlebnis, mit den Spuren der Tiere im Schnee und dem schönen warmen Tee unterwegs! Wie dieser Stein wohl dort mal hingekommen ist? Aber toll, dass er so eine lange Geschichte hat! Ich bin gespannt, ob du noch mehr Wanderungen aus dem Buch vorstellen wirst!

      Liebe Grüße
      Jana

    3. Das ist ja mal ein besonderer Ort! Wie dieser Stein dort wohl hingekommen ist? Aber dass das ein Kraftort ist, kann ich verstehen! Schon alleine auf Deinen Bildern sieht man, wie magisch der Stein wirkt.

      Sicher muss man im Winter im Schnee mehr Acht nehmen, wo man hintritt und braucht auch länger als im Sommer! Die Bilder sind aber so toll geworden, da lohnte sich der Aufwand! Super! Vielleicht begehst Du die Wanderung im Sommer noch einmal? Dann bin ich auf weitere schöne Bilder gespannt.

      Liebe Grüße, Bea von Sweet&Healthy.

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